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Ratgeber · Kalorien-Mathematik 2026

Makros aufteilen: KH, Eiweiß und Fett pro Kalorie

Standard-Aufteilungen (50/20/30, 40/30/30) und wie sich die Anteile bei Diät, Muskelaufbau oder Ausdauersport sinnvoll verschieben.

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Von Mateusz Viola

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Was Makronährstoffe sind

Unter Makronährstoffen (kurz "Makros") versteht man die drei großen energieliefernden Nährstoffgruppen: Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett. Jede Gruppe trägt einen festen Energie-Beitrag pro Gramm:

Makronährstoffkcal pro GrammHauptfunktion
Kohlenhydrate (KH)4 kcal/gSchnelle Energie für Muskeln und Gehirn
Eiweiß (Protein)4 kcal/gMuskelaufbau, Enzyme, Hormone
Fett9 kcal/gHormonbildung, Vitamine A/D/E/K, Reserve
Alkohol (kein Makro)7 kcal/gReine Energiezufuhr, kein Nährwert

Die Aufteilung dieser drei Makros bestimmt nicht primär, ob du ab- oder zunimmst, das macht die Gesamtkalorienzufuhr. Aber die Aufteilung beeinflusst Sättigung, Leistungsfähigkeit, Hormonhaushalt und langfristig die Diät-Compliance.

Standardverteilung nach DGE

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt für gesunde Erwachsene eine Aufteilung von etwa 50/15-20/30 in KH/Eiweiß/Fett (Prozent der Gesamtkalorien). Für eine 2.000-kcal-Diät bedeutet das:

MakroProzentKalorienGramm
Kohlenhydrate50 %1.000 kcal250 g
Eiweiß15 %300 kcal75 g
Fett30 %600 kcal67 g
Alkohol5 %100 kcal14 g

Diese DGE-Empfehlung ist eine Mindestempfehlung für die durchschnittliche Bevölkerung. Sportler, Diätende und Menschen mit speziellen Zielen weichen oft ab.

Eiweiß: Das wichtigste Makro bei Diät und Sport

Die DGE-Empfehlung von 0,8 g/kg ist die untere Schwelle zur Vermeidung von Mangel, nicht das Optimum. Für Sport, Diät oder Muskelaufbau gelten höhere Werte (Phillips 2016, Morton 2018):

  • 0,8 g/kg: DGE-Minimum, ausreichend für sitzende Erwachsene
  • 1,2-1,4 g/kg: Hobby-Sportler, moderates Krafttraining
  • 1,6-1,8 g/kg: Diät-Phase bei Sportlern, Schutz vor Muskelabbau
  • 1,8-2,2 g/kg: Bodybuilding-Diät, Kraftsportler mit Defizit
  • > 2,5 g/kg: Kein zusätzlicher Vorteil mehr, Nieren-Stress bei Vorerkrankung möglich

Eiweiß sättigt besser als KH und Fett (Halton 2004 Meta-Analyse) und hat den höchsten thermischen Effekt der Nahrung (TEF): etwa 20-30 Prozent des zugeführten Eiweißes verbrennt der Körper allein für die Verdauung. Bei 200 g Eiweiß sind das real netto eher 700 kcal als die nominellen 800.

Vergleich Standard-DGE vs. Diät-Sportler-Aufteilung von 2.000 kcal STANDARD DGE DIÄT-SPORTLER KH 250 g 50 % Eiweiß 75 g · 15 % Fett 67 g 30 % KH 175 g 35 % Eiweiß 180 g 36 % Fett 50 g · 22,5 % UNTERSCHIED 2,4× mehr Eiweiß −30 % KH −25 % Fett gleich 2.000 kcal
Bei gleicher Kalorienzufuhr (2.000 kcal): DGE-Standard vs. Diät-Sportler-Aufteilung. Mehr Eiweiß sättigt und schützt Muskelmasse, weniger Fett spart Gesamt-Kalorien-Volumen.

Fett: Das Minimum nicht unterschreiten

Fett wird in Diäten oft zu stark reduziert. Studien (Volek 1997, Whittaker 2021) zeigen: Unter 15 Prozent der Gesamtkalorien sinkt der Testosteron-Spiegel bei Männern messbar. Bei Frauen kann der Hormonzyklus gestört werden, bei extrem niedrigen Fettanteilen auch Aussetzer (Amenorrhoe).

Untergrenze: 0,8 g/kg Körpergewicht oder mindestens 20 Prozent der Gesamtkalorien. Für eine 70-kg-Person sind das 56 g Fett (504 kcal). Wer langfristig darunter liegt, sollte ärztlich Hormonwerte prüfen lassen.

Qualität: Gesättigte Fettsäuren möglichst unter 10 Prozent der Energiezufuhr halten (DGE). Mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus Pflanzenölen, Nüssen, Fettfisch (Omega-3) sind die "guten" Anteile. Transfette möglichst null.

Kohlenhydrate: Variabel je nach Sport

Kohlenhydrate sind der einzige Makro, der nicht essenziell biologisch ist. Der Körper kann Energie auch aus Fett und Eiweiß ziehen. In der Praxis aber sind sie der wichtigste Treibstoff für intensiven Sport.

  • Sitzende Lebensweise: 3-4 g/kg KH reichen
  • Moderate Sportler: 4-5 g/kg KH
  • Ausdauersportler: 6-10 g/kg KH (Marathonläufer, Radrennfahrer)
  • Diät-Phase: 2-3 g/kg KH (Rest für Eiweiß und Fett)

Über die "Qualität" der KH gibt es viel Marketing. Wissenschaftlich relevant ist nur: Vollkorn statt Weißmehl wegen Ballaststoffen und Sättigung. Der oft beworbene Glykämische Index ist klinisch eher schwach (Atkinson 2008), für Diabetiker aber relevant.

Praktische Berechnung der eigenen Makros

Beispielperson: Frau, 70 kg, 2.000 kcal Diät-Ziel, Krafttraining 3×/Woche.

  1. Eiweiß zuerst: 1,8 g/kg × 70 kg = 126 g = 504 kcal (25 % der Kalorien)
  2. Fett mindestens: 0,8 g/kg × 70 kg = 56 g = 504 kcal (25 %)
  3. Rest als KH: 2.000 − 504 − 504 = 992 kcal = 248 g KH (50 %)

Diese Verteilung erfüllt sowohl Eiweiß-Bedarf für Muskelerhalt in der Diät als auch Fett-Untergrenze für die Hormonhaushalt-Funktion. Der KH-Anteil reicht für moderates Training.

Was am Ende bleibt

Die Makro-Aufteilung ist kein Selbstzweck, sondern Werkzeug. Wer kein spezielles Ziel hat (Sport, Diät, medizinische Indikation), fährt mit der DGE-Standardverteilung 50/15/30 gut. Wer Muskeln aufbauen oder gezielt abnehmen will, sollte zuerst die Eiweißzufuhr nach Körpergewicht festlegen, dann das Fett-Minimum sichern, und den Rest als Kohlenhydrate-Spielraum nehmen.

Quellen: DGE D-A-CH-Referenzwerte (2022); Phillips SM (2016), "Dietary protein requirements", Sports Med; Morton RW et al. (2018), "Systematic review and meta-analysis of protein supplementation", Br J Sports Med; Halton TL et al. (2004), "The effects of high protein diets on satiety", J Am Coll Nutr; Whittaker J, Wu K (2021), "Low-fat diets and testosterone", J Steroid Biochem; Sacks FM et al. (2009), "POUNDS LOST" Trial, NEJM.

Häufige Fragen

Was Leserinnen und Leser sonst noch fragen

Wie hoch sollte mein Eiweiß-Bedarf sein?
DGE-Empfehlung: 0,8 g/kg Körpergewicht für Erwachsene. Für Sportler oder Diät: 1,6–2,2 g/kg (Helms 2014, Phillips 2016). Bei 75 kg also 60 g (sitzend) bis 165 g (Bodybuilder in Diät). Mehr als 2,5 g/kg bringt keine zusätzlichen Vorteile, kostet aber Nierenfunktion bei Vorerkrankung.
Wie viel Fett mindestens?
Minimum 20 % der Gesamtkalorien für hormonelle Gesundheit (Testosteron, Östrogen). Bei 2.000 kcal sind das 44 g Fett. Unter 15 % langfristig führt zu Testosteron-Abfall (Volek 1997). Maximum keine harte Grenze, aber über 40 % verdrängt Kohlenhydrate für Ausdauersport.
Brauche ich Kohlenhydrate?
Essenziell biologisch: nein. Praktisch: für Ausdauersport und intensives Krafttraining sehr. Gehirn braucht ~120 g Glukose/Tag, kann aber auf Ketone umstellen. Untergrenze für Lebensqualität meist 100–150 g KH/Tag. Sportler oft 4–7 g/kg an Trainingstagen.
Gibt es eine "ideale" Makro-Aufteilung?
Nein. Studien (Sacks 2009 POUNDS LOST, Johnston 2014 Meta-Analyse) zeigen: bei gleicher Kalorienzufuhr ist Gewichtsverlust unabhängig von der Makro-Verteilung. Beste Verteilung = die, die du langfristig durchhältst. Hauptunterschied: Sättigung (Eiweiß sättigt am besten) und Sport-Performance.
Sind Net Carbs (Netto-Kohlenhydrate) relevant?
In Europa weniger als in den USA. Net Carbs = Gesamt-Kohlenhydrate minus Ballaststoffe minus Zuckeralkohole. Für die Energiebilanz fast egal (Ballaststoffe haben 2 kcal/g, nicht 0). Bei Diabetes Typ 2 hilft das Konzept aber für Blutzucker-Steuerung.

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